Es ist schönstes Wetter, blauer Himmel, die Sonne strahlt mit voller Kraft, ein Urlaubstraum, nur nicht für mich, für mich ist das ein Alptraum, die Hitze ist mein schlimmster Feind auf der Tour. Ich triefe schon um 11Uhr vor Schweiß, zu allem Überfluß gibt's wieder reichlich Gegenwind heute. Die Strecke ist nicht sonderlich sehenswert, ich rolle auf den Seitenstreifen von ziemlich befahrenen Landstraßen durch ein ziemlich besiedeltes Gebiet. In Tarragona versuche ich die Burganlage zu besichtigen, mir wird aber der Zutritt verweigert, scheint gerade irgendeine Veranstaltung zu sein. So verläuft der Tag mit viel Abgase schlucken, viel Schweiß und immer wieder Pausen zum akklimatisieren. Den ersten Campingplatz den ich mir ausgesucht hatte für heute ist mal wieder geschlossen. Also muß ich ziemlich fertig schon noch 7km weiter und auch hier kriege ich erst mit einigem Überredungsdruck Zutritt, eigentlich ist der Platz voll. Zum Glück kann ich den Betreiber überzeugen das ich wirklich nicht viel Platz brauche und mit meinem Rad auch nicht mehr weit komme heute. Mein größter Erfolg heute, ich habe für die nächsten Tage eine Übernachtung in Barcelona gefunden. Barcelona ist normalerweise irre teuer zum übernachten, ein Bett im Schlafsaal ist nicht für unter 100€ zu bekommen, Einzelzimmer fast unbezahlbar, so bin ich auf die Vermittlung von Privatzimmern bei Airbnb übergegangen. Tara heißt meine Gastgeberin für die nächsten Tage und macht per Chat einen sehr netten Eindruck, ich bin schon sehr gespannt.
39.Tag Mittwoch der 19.Juni
Es geht nach Barcelona, nur noch 55km bis zu meiner Unterkunft in der Innenstadt. Ein Teil meiner Strecke führt mich an einer Straße direkt am Berghang, neben dem Meer entlang, eigentlich recht spektakulär, aber ich kann's nicht genießen. Ich klebe mit meinem Rad an der Betongleitwand, die Abstürze ins Meer verhindern soll. Einen Randstreifen gibt es nicht, die Straße ist eng und es ist ein irrer Verkehr. Die Ausblicke von der Straße sind super, aber es gibt keine Möglichkeit anzuhalten und ein Bild zu machen, die Autos hinter mir drängeln Nur schnell durch hier. In Barcelona empfangen mich die ersten Hochhäuser, ich bin sichtbar in einer Großstadt gelandet. Es ist viel Verkehr, aber es gibt auch viele Radwege. Da ich noch Zeit habe bis zum Einchecken bei Tara, fahre ich noch am Plaza de Espana vorbei. Anders als in anderen spanischen Städten rollt hier aber Verkehr rund um den Plaza. Neben der Plaza gibt es allerdings ein Gebäude mit Aussichtsplattform. Also parke ich mein Fahrrad mitsamt Gepäck daneben. In der Nähe sehe ich 2 Polizisten, scheint ein guter Platz zu sein, um mein Fahrrad mal kurz allein zu lassen. Also geht's mit Fotoapparat hoch auf die Plattform. Von hier hat man wirklich einen guten Rundumblick, selbst die Familia Sagrada kann ich in der Ferne sehen. Zurück beim Fahrrad, warten schon die beiden Polizisten bei meinem Rad, na hat doch geklappt mit dem Privatschutz. Ich krieg noch einen kleinen Vortrag wie gefährlich es ist seine Sachen hier einfach rumstehen zu lassen. Danach geht's zu meiner Unterkunft. Tara ist wirklich nett, sie kommt ursprünglich aus dem Iran, ist in Schweden aufgewachsen und lebt seit einigen Jahren in Spanien. Sie spricht mehrere Sprachen, zum Glück auch englisch. Ich find das super, wenn man so international im Leben unterwegs ist. Abends geht's dann nochmal auf eine Runde im Viertel. Wirklich eine gute Gegend, überall sind Bars und Cafés, in einer kleinen vietnamesischen Bar läuft gerade Fußball, Deutschland-Ungarn, das lasse ich mir nicht entgehen.
40.Tag Donnerstag der 20.Juni
Es geht zur Besichtigung in Barcelonas Innenstadt. Dazu muß ich mein Fahrrad erstmal durch den engen Hausflur meiner Unterkunft jonglieren. In Barcelonas Verkehr muß man höllisch aufpassen, alle 50 m eine Ampel, mal Radweg da, mal nicht, Autos von allen Seiten. Es geht erstmal zur Casa Batlo, die wie vieles hier von Gaudi entworfen wurde. Davor drängen sich die Touris. Ich versuche erst gar nicht ein Ticket zu erstehen bei den Massen. Es geht erstmal weiter, vorbei an weiteren Casas zur Sagrada Familia. Diese Basilika geht natürlich auch auf den Baumeister Gaudi zurück und ist immer noch im Bau. Das ist schon ein imposantes Bauwerk. Online hatte ich schon versucht Tickets zu bekommen, da gab's aber keine freien Termine für die nächsten Tage. Also versuche ich mein Glück hier vor Ort nochmal und habe Glück und kann für morgen Mittag ein Ticket ergattern. Danach geht's weiter zur alten Kathedrale und durch die Gassen in diesem Gebiet. Ein Friseurbesuch fällt beim Durchstöbern der Gassen auch gleich mit ab. 5€ um meine langen Loden wieder zu stutzen. Irre wenig, so gebe ich 2€ Trinkgeld drauf und bin der beste Freund vom Friseur. Danach geht's die Allee La Rambla Richtung Plaza de Catalunya entlang. Irre was hier los ist, Menschenmassen die hier unterwegs sind. Den Plaza de Catalunya kann ich leider nicht besichtigen, alles abgesperrt, hier scheint es ein Konzert zu geben, man hört die Band proben. Ich fahre erstmal ein Stück raus aus den Hotspots hier zum Plaza del Sol. Hier ist es schön gemütlich, nicht mehr so die Tourimassen und man kann ein bißchen entspannen. Jetzt kommt auch langsam die Sonne ein bißchen raus, ansonsten hat es fast den ganzen Tag geregnet.
41.Tag Freitag der 21.Juni
Es geht zur Sagrada Familia, ich hab ein Ticket für heute Mittag. Vor dem Eintritt, gibt's erstmal den Sicherheitscheck, das volle Programm, wie beim Flugzeug, alles wird durchleuchtet. Der Bau der Sagrada wurde um 1880 begonnen und dauert heute noch an, am Anfang wohl noch im neugotischen Stil, aber mit der Zeit hat Gaudi immer mehr seine eigenen Vorstellungen verwirklicht. Ich bin wieder mal tief beeindruckt in dem Bauwerk, das ist wirklich außergewöhnlich. Ich hoffe die Bilder können ein klein bißchen diese grandiose Basilika widerspiegeln. Danach geht's zum Park Guell. Nachdem ich mich den Hügel dorthin hochgeschnauft habe, sehe ich als erstes am Eingang ein Schild: Sold Out. Ne, oder? Auch auf Nachfrage kriege ich nur die Auskunft, alles ausverkauft heute. Eigentlich wollte ich morgen abreisen aus Barcelona, Mist. Also geht's zum Montjuic, einem der beiden Hausberge von Barcelona, was allerdings heißt ich muß quer durch die Stadt nach Süden. Am Hausberg gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Einer Hauptattraktion, dem riesigen Springbrunnen vor dem Schloß auf dem Hügel, wurde allerdings auf Grund der anhaltenden Dürre hier, das Wasser abgedreht. Aber vom Schloss oben hat man eine irre schöne Aussicht auf Barcelona. In einer Ecke an einem Aussichtspunkt sitzt ein Solokünstler, der sich auf der Gitarre begleitet. Ich lasse mich auf einer Bank hier nieder und genieße den frühen Abend bei dem tollen Ausblick mit musikalischer Untermalung. Der spielt echt gut, am Ende gibt's eine reichliche Spende von mir und ich erstehe noch eine CD von ihm. Zurück in meiner Unterkunft erzähle ich Tara, das es mit dem Park Guell nicht geklappt hat. Sie bietet mir an, das ich meinen Aufenthalt bei ihr verlängern kann und das zu einem supergünstigen Preis. Also geht's dann morgen nochmal zum Park Guell, ich erstehe noch schnell online eins der letzten Tickets für morgen Abend. Am vorgerückten Abend geht's dann nochmal zu meiner fast schon Stammbar um die Ecke, Frankreich-Niederlande steht auf dem Programm.
Gibt es auch ein Foto von dir mit langgelockten Haaren ?
AntwortenLöschenNe die sind zensiert 😂
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