Ich laß den Tag heute ruhig angehen. Mein Zug nach Valencia fährt erst ab 17:30. So setze ich mich erstmal in den nächsten Park und lese erst mal. Noch eine kurze Runde in der Altstadt und dann geht's um 16 Uhr Richtung Bahnhof. Ich checke am Bahnhof nochmal mein Ticket, irgendwas kommt mir da komisch vor, da steht nichts von meinem Fahrrad. Ich gehe nochmal zum Service-Punkt hier und zeige dort mein Ticket. No, meinen die Mitarbeiter dort, das ist ein Schnellzug, da komme ich mit dem Fahrrad nicht mit. Das gibt's doch nicht, ich hab doch gestern am Schalter noch extra beim Fahrkartenkauf mein Fahrrad gezeigt, das es keine Mißverständnisse gibt. Ich gehe nochmal zum Ticketschalter, das heißt man muß hier am Automaten eine Nummer ziehen und wird dann aufgerufen. Am Ticketschalter schildere ich nochmal das Problem. Der Angestellte sagt aber auch nur das ich mit dem Fahrrad nicht mit dem Schnellzug mitkomme. Ich sage, dann will ich wenigstens mein Geld zurück. Der Angestellte schaut sich das Ticket an und meint, das ist Basistarif, da gibt es keine Rückerstattung. Ich bin fassungslos, die verkaufen mir ein falsches wertloses Ticket, zusätzlich verliere ich gerade in Valencia meine 2 Übernachtungen, die ich schon vor gebucht habe. Einfach mal 200€ für nichts. Ich weiß im Moment nicht, was ich machen soll. Mir rennt die Zeit davon, in 40 min fährt der Zug, mit dem ich also mit Fahrrad nicht mit darf. Langsam steigt der Kampfeswille in mir wieder. So schnell lasse ich mich nicht abspeisen. So schnell es geht, baue ich die Räder meines Fahrrads ab, drehe den Lenker ein und packe alle Einzelteile inklusive Rahmen in eine Fahrradregenhülle, die ich mit habe. So Fahrrad weg, wollen doch mal sehen ob ich in den Zug komme. Vor dem Bahnsteig wird schon mal kontrolliert wie am Flughafen. Das Gepäck wird auf einem Laufband durchgescant. Ungläubig sehen mich die Bahner hier an, als ich mit den 4 Packtaschen und den Fahrradteilen in der Plane beladen, mich zum Bahnsteig schleppe. Eine freundliche Bahnangestellte sagt mir, das es einen Gepäckwagon gibt, ich solle nach Wagon 8 schauen. Wenig später rollt der Zug ein, ich finde den Gepäckwagon und versuche mein zerlegtes Fahrrad in eins der Fächer zu stopfen, ist aber auch im zerlegten Zustand zu groß dafür. Die Schaffnerin lacht, deutet um sich, alles leer, nach dem Motto packs irgendwo hin. Irre, hier rollt ein Zug mit einem komplett leeren Gepäckwagon, den ich fast verpaßt hätte, weil mir die Beamten an den Schaltern die Unmöglichkeit der Mitnahme meines Fahrrads fast glaubhaft gemacht hatten. Hurra, ich sitze im Zug, es geht nach Valencia.
32.Tag Mittwoch der 12.Juni
Heute gibt es erstmal das architektonische Kontrastprogramm zu den letzten Tagen. Valencia hat inmitten einer Grünanlage ein modernes Zentrum geschaffen, mit Theater, einer Hemisphäre, einem Museum der Wissenschaften, einem Aquarium …. Das Ganze bringt einem leuchtende Augen. Moderne Architektur kann so schön sein, wenn man Formen freien Lauf läßt, eine Wohltat für die Augen. Ich radle erstmal alles ab und mache Fotos ohne Ende. Gegen Mittag wirds dunkel, sieht nach Regen aus, so besorge ich mir eine Kombi-Eintrittskarte für Museum und Aquarium. Erstmal zum Aquarium. Das letzte Mal war ich in Vancouver in so einer Anlage. Einen halben Tag kann man hier locker zubringen. Es gibt viele Aquarien thematisch geordnet nach Südsee, Ozeane usw.. Mich faszinieren die angeleuchteten Qualen wieder ungemein. Ein weiteres Highlight ist natürlich die Delphinshow. Irre was die für Saltos und Sprünge vorführen. Flamingos, Seelöwen, Robben und natürlich Fische unter anderem ein großes Becken mit Belugas. Mein heimlicher Favorit sind die Pinguine, man kann sie über und unter Wasser beobachten. Irre wenn sie wie die kleinen Torpedos unter Wasser lang schießen
Am Ende komme ich so spät aus dem Aquarium, das für das Museum keine Zeit mehr ist. Ich werde meinen Aufenthalt in Valencia dann wohl doch noch um einen Tag verlängern. Es geht mit Rad aber nochmal schnell in die Innenstadt, zum Platz mit der Kathedrale, Theaterplatz, Palazzo des Marquis und der Tag ist vorbei.
Valencia ist mit dem Rad gut zu erkunden. Die Innenstadt ist ähnlich trubelig wie Sevilla und mit sehenswerten alten Bürgerhäusern.
33.Tag Donnerstag der 13.Juni
Leider konnte ich meinen Aufenthalt im Hostel hier nicht verlängern. Das heißt ich muß heute nochmal umziehen in ein anderes Hostel. Das heißt es geht früh erstmal mit voll bepacktem Bike in die Innenstadt auf Erkundungstour. Ich lasse mich ein bißchen durch die Gassen hier treiben. Ein Stadtteil ist für seine Graffity Street Art bekannt, ich finde aber nichts was auch nur annähernd den Begriff Kunst verdient hätte, entweder bin ich hier falsch oder die Kunst wurde überschmiert. Dann geht's zur Markthalle. Das ist eine große, sehr sehenswerte Halle. Hier wird alles Lokale angeboten, von dicken Schinkenkeulen, Gemüse, allerlei Leckereien für zwischendurch bis hin zu Fisch. Die Fischauslagen haben es mir besonders angetan, hier gibt es Tintenfisch, Garnelen, Krebstieren bis zu den verschiedensten Fischen. Alles auf weißem Eis frisch gehalten. Dann geht's erstmal zu meinem neuen Hostel, ab 14Uhr kann ich hier einchecken. Das Hostel ist nur halb so teuer, wie das alte, viel schöner und auch sauberer. Das war ein Glücksgriff. Nachmittags fahre ich nochmal ins moderne Zentrum zum Museum, hab ja noch eine Eintrittskarte von gestern, die ich problemlos für eine für heute umtauschen kann. Die Ausstellung interessiert mich aber nur mäßig, viel über Weltraum, Raumschiffe usw., dafür bestaune ich um so mehr die Architektur des Bauwerks von innen. Das ist schon ein cooler Bau, eine lichtdurchflutete riesige Halle. Da ich noch Zeit hab, geht's danach Richtung Stadtstrand von Valencia, vorbei an den protzigen Yachten im Yachthafen. Der Stadtstrand ist irre lang, ein kilometerlanger Sandstreifen am Meer. Dahinter Palmen und eine Bar und Restaurant am anderen. Hier weht auch gleich eine steife Brise. Ich muß bis morgen mit dem Sprung ins Wasser warten, keine Badehose dabei.
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