Montag, 10. Juni 2024

Tag 28 bis Tag 30

28.Tag Samstag der 08.Juni

Es geht nach Cordoba heute, stand zwar ursprünglich nicht auf meinem Reiseplan, ich hab unterwegs aber soviel Gutes über diese Stadt gehört, das ich sie spontan in meinen Reiseplan aufgenommen habe. Ich bin im Moment eh etwas am umplanen, in meinem jetzigen Zustand ist nicht dran zu denken durch die hier sehr höhenmeter lastigen Sierras bei praller Sonne zu fahren. So geht's heute Mittag auch mit dem Zug nach Cordoba. Eine Fahrkarte habe ich mir gestern schon besorgt. Früh schmeiße ich mir noch eine Kohletablette ein, mein Magen befindet sich noch im Kriegszustand und ist unberechenbar. Mit dem Zug klappt alles problemlos. 15 Uhr bin ich an meinem Hostel La Fuente mitten in der Innenstadt. Das Hostel ist ein Glückstreffer, so habe ich mir Andalusien vorgestellt. Ein abgeschatteter Innenhof mit Springbrunnen, der stilvoll ausgestaltet ist. Mein Zimmer befindet sich im 2.Stock, also schleppe ich etwas mißmütig meine ganzen Klamotten nach oben und kriege oben ein Grinsen ins Gesicht. Volltreffer, mein Zimmer hat Dachterrasse mit Ausblick auf die Dächer von Cordoba.
Danach geht's auf erste Erkundung durch die Gassen der Innenstadt. Cordoba hat mich sofort in seinem Bann. Die Geschichte ist hier überall spürbar. Cordoba hat wohl die meisten UNESCO Weltkulturerbestätten der Welt. Ich kämpfe mich erstmal zur Mezquita-Catedral (Kathedralmoschee) durch. Das wohl eindrücklich die wechselvolle Geschichte hier widerspiegelt. Heute kann ich den gewaltigen Bau erstmal nur von außen bewundern. Ich hoffe, ich kriege dann morgen eine Eintrittskarte für eine Innenansicht. Direkt an die Anlage schließt sich eine alte Parkanlage an, die mich verzaubert, der alte maurische Einfluss ist allgegenwärtig. Gegen Abend ziehe ich erstmal zum Hostel zurück, ganz schön kaputt schon, meine Energie momentan ist noch begrenzt.

29.Tag Sonntag der 09.Juni

Ich bleibe noch in Cordoba, hier gefâllts mir ausgesprochen gut und ich kann mich hoffentlich etwas auskurieren. Cordobas Altstadt hat trotz einer Einwohnerzahl von über 300000 irgendwie Kleinstadt Charakter, alles sehr gemütlich, keine Hektik wie in Sevilla.
Frühs auf dem Weg zu Fuß zur Innenstadt merke ich ungewollte Darmaktivitäten. Schleunigst biege ich ins nächste Café ab, wie gut das hier an jeder Ecke eines ist. Mein Magentrauma geht also noch weiter, ich schmeiße mir erstmal eine Kohletablette ein. Dann geht's erstmal zum Alcazar, einem Palast aus dem 13. Jh., der auf den Grundmauern einer arabischen Burganlage erbaut wurde. Die erste Warteschlange kann ich umgehen, indem ich mit spanischer Unterstützung mein Ticket an einem Automaten löse. Dann geht es schubweise in Gruppen durch den engen Palast. Besonders gefallen mir die Gärten des Palastes mit den angelegten Wasserbecken, eine Wohlfühloase.
Danach geht's zur Hauptattraktion von Cordoba, der Mezquita-Catedral. Heute gehen die Besichtigungstermine erst 15 Uhr los, es ist Konfirmation heute. 
Als ich eintrete in die Kathedralmoschee, bin ich baff. Säulen, Säulen, Säulen, irre. Nach jedem Schritt ein neuer Blickwinkel. Das Ganze in schummriges Licht gehüllt. An den Seitenwänden in Nischen, überall Altare, Bildnisse. Die Atmosphäre in diesem riesigen maurischen Säulenraum zieht einen in seinen Bann. In der Mitte der Anlage erhebt sich dann plötzlich ein lichtdurchfluteter Kuppelbau mit allem Prunk, den die mittelalterliche Kirche zu bieten hatte. Ich kann nicht sagen wann und ob ein Bauwerk mich schon mal so fasziniert hat, wie dieses hier. Ich laufe mehrmals Runden durch den riesigen Bau und kann mich nur schwer wieder los reißen. 
Meine Bilder können das nicht wiedergeben, das muß man gesehen und erlebt haben.

30.Tag Montag der 10.Juni

Heute ist Erledigungstag. Ich hab mich entschlossen noch einen weiteren Tag in Cordoba zu bleiben. Die Preise für Unterkünfte sind hier unschlagbar günstig und die sind superschön, echter andalusischer Charme, mit wunderschönen Patios, Wohlfühlatmosphere. Ich muß die Unterkunft wechseln, mein Hostal ist leider ausgebucht. Aber erstmal geht's zum Bahnhof, wo ich nach langer Wartezeit ein Ticket nach Valencia erstehe, morgen geht's ans Mittelmeer, ich will endlich ins Wasser springen. Danach zum nächsten Waschsalon, mittlerweile dringend nötig. Mit etwas spanischer Unterstützung kriege ich einen Automaten dort gestartet und habe endlich wieder saubere Wäsche in der Packtaschen. Nochmal an der Apotheke vorbei und meine Darmstopper auffrischen. Dank Translator kriege ich die richtigen Tabletten, das war vor 20 Jahren nicht so einfach, ich weiß noch wie ich damals in Damaskus in einer Apotheke stand und mit Gebärden versucht habe, klar zu machen, das ich was zum Dichthalten brauche. Mittlerweile früher nachmittag geht's dann zurück in die Altstadt zu meiner neuen Pension. Kleiner als mein vorheriges Hostel, aber nochmal günstiger und mit einem superschönen Patio im Innenbereich, eine neue Wohlfühloase. Nachmittags ziehe ich nochmal los und erkunde heute auch die Einkaufspassagen, neben der Altstadt. Hier ist alles gleich einige Stockwerke höher und die Großstadt Cordoba wird sichtbarer.

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