Montag, 17. Juni 2024

Tag 34 bis Tag 37

34.Tag Freitag der 14.Juni

Heute geht's mir dem Fahrrad weiter, Richtung Barcelona. Die Strecke entspricht großteils der Route des Eurovelo 8, der Mittelmeerroute. Aus Valencia sich raus zu quälen, ist mühselig, alle 200m eine Ampel, obwohl ich es mir wie die Spanier schon angewöhnt habe nicht jede rote Ampel ernst zu nehmen, ist es ein einziges Stop and Go Auch nach Valencia begleiten mich noch lange viel befahrene Straßen, ich rolle nebenher entweder auf Radwegen oder breiten Seitenstreifen. Die Strecke ist flach so das ich schnell vorwärts komme, aber auch nicht sehr sehenswert. Ich bin noch im Einzugsgebiet von Valencia, alles zersiedelt, viele Gewerbegebiete. Sagunt ist ein nettes kleines Örtchen mit einem alten römischen Theater, von dem aber nicht mehr viel sichtbar ist. Danach wird die Strecke schöner, nicht mehr soviel Verkehr, ich fahre an einigen Biotopen mit riesigen Schilfgras vorbei. Nach 60 km checke ich an einem Camping leider nicht direkt am Strand ein. Aber einen Sprung in den hauseigenen Pool gibt's schonmal.

35.Tag Samsitag der 15.Juni

Das wird ein anstrengender Tag heute, ich hab derben Gegenwind. Bei Beinicassim radle ich direkt an einem irre langen Sandstrand. Es ist bereits Mittag, der perfekte Zeitpunkt für einen Sprung ins Wasser. Anbaden im Mittelmeer. Das Wasser ist nicht wirklich kalt, aber zur Erfrischung reicht's allemal. Es ist ziemlicher Wellengang, was für viel Badespaß sorgt. Danach gibt's in einer Pizzeria noch das Menü des Tages, für 13€ Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise, ein Getränk inklusive. So gestärkt geht's dann mittlerweile schon 15Uhr weiter. Die Strecke wird jetzt richtig schön. Ich fahre wieder auf einer stillgelegten Bahnstrecke. Links geht's die Berge hoch und rechts kann ich auf das Mittelmeer runterschauen, wie es sich schäumend an den Felsen bricht. Leider ist die Bahnstrecke nicht sehr lang, aber auch danach fahre ich schön abseits vom Verkehr durch die Natur hier, was meist riesengroße Gräser und Schilfgräser heißt. Nach 70km entdecke ich einen schönen kleinen schattigen Campingplatz, der mir sofort zusagt. Nach dem Kampf gegen den Wind den ganzen Tag habe ich keine Lust mehr weiter zu fahren. Abends gibt's dann Fußball im Restaurant, Spanien-Kriatien. Das Interesse der Spanier hier auf dem Camping hält sich komischerweise sehr in Grenzen.

36.Tag Sonnitag der 16.Juni

Es geht die ersten 30km einfach nicht vorwärts heute. OK ich hab ein bißchen Gegenwind und die Strecke geht Offroad immer wieder hoch und runter. Der Hauptgrund ist aber, ich muß an jeder Ecke anhalten, es ist einfach superschön. Links von mir geht's die Hügel hoch in die Berge und rechts brandet das Meer gegen die Uferfelsen. Das Meer glitzert in allen Blautönen. So geht es auf Peniscola zu, wo man vor weitem schon die Festungsanlage auf einem Hügel im Meer thronen sieht Man kann sich nicht satt sehen heute. In Peniscola gibt's zur Stärkung erstmal das Menü des Tages. Danach geht's auf Nebenstraßen großteils weiter und ich bin heilfroh, das die Strecke nicht mehr so reizvoll ist und ich ein bißchen Strecke machen kann. Bei Alcanar finde ich einen Campingplatz mit Strandzugang. Das ist dann auch das erste nach dem Zeltaufbau, schön im Meer treiben lassen. OK der Strand ist nicht ganz so schön wie die an denen ich heute vorbei gefahren bin, ziemlich steinig und im Hintergrund sieht man irgendeine Industrieanlage, aber dafür habe ich den ganzen Strand für mich Zum Abend sitze ich dann wieder mal in der Campingplatz Bar bei einer kühlen Cerveza. Das Schöne ist in einer guten Bar wird zum Getränk immer etwas dazu gereicht. Hier gibt's. Oliven und Fischspießchen, irre lecker 

37.Tag Montag der 17.Juni

Die Nacht war äußerst unruhig. Meine Isomatte hat einen Platten. Alle 2 Stunden muß ich Luft nach blasen, wenn ich kein Schottermuster im Rücken haben will. Die ersten 40 km laufen gut heute, das heißt auch nichts nennenswertes zu sehen. In Ampolla mache ich Mittag. 14 Uhr geht's weiter und jetzt wirds eklig. 20m hoch, 20m runter, mit ekligen Steigungen, ich muß mir jeden km erkämpfen. Irgendwann gibt es einen Kiesweg mit geschätzt 30 %, keine Chance selbst mit schieben da hoch zu kommen. Die einzige Alternative ist eine Straße landeinwärts die Hügel hoch, auch mit 15%, aber hier komme ich wenigstens mit schieben vorwärts. Danach lande ich auf einer Piste neben der Autobahn. Die Autobahn ist schön Schnurgerade und ich mache hier auf der Piste nebenan, wieder den Kletteraffen, eine einzige Berg- und Talbahn. Die letzten km geht's dann nur noch bergan, aber wenigstens mit erträglichen Steigungen, bevor es dann bergab zum Meer zu den Campingplätzen geht. Der erste Campingplatz sieht nobel aus mit Springbrunnen. Am Eingangstor gibt's gleich einen Aufpasser, der mich gleich kritisch mustert wie ich schweißtriefend vorfahre. Die Rezeption erinnert eher an ein First Class Hotel. Ich bin skeptisch, die wollen mich bestimmt nicht hier. Und so ist es auch, mir wird erklärt, das der Mindest Aufenthalt 2 Nächte beträgt. Aja mache ich und schaue auf den leeren Campingplatz. Na dann mache ich mich halt weiter, sind nur 2 km bis zum nächsten Camping. Dort gibt es so komische Regeln zum Glück nicht und ich finde einen Schlafplatz. Leider kriege ich das Problem mit meiner undichten Isomatte hier nicht gelöst, einen Pool gibt's hier nicht, die Waschbecken haben keine Stöpsel, keine Möglichkeit eine Dichtigkeitsprüfung zu machen. Wobei es mich wirklich nicht wundert, das die Isomatte kaputt ist. Die Campingplätze sind generell nur für Caravans und Co ausgelegt. Meistens ist der Untergrund spitzer Schotter, da muß auf Dauer die Campingausrüstung kaputt gehen. Sowas kotzt mich dann immer maßlos an, wenn man auf den modernen Campingplätzen kein bißchen mehr an die Leute mit Zelten denkt.

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