Sonntag, 26. Mai 2024

Tag 13 bis Tag 15

13.Tag Freitag der 24. Mai

Die Sonne scheint. Heute fahre ich den ganzen Tag auf dem Jakobsweg, das heißt auf Kies- und Schotterwegen großteils. Es ist superschön. Buen Camino ist der Gruß hier auf dem Weg. Außer Fußgängern sind hier vor allem viele E-Bike Fahrer unterwegs. Einen anderen Bio-Biker treffe ich immer wieder unterwegs, einen Neuseeländer. Ich bin zwar trotz wesentlich mehr Gepäck schneller unterwegs als er, aber durch meine zahlreichen Fotostops gleicht sich das aus Es ist leicht hier Kontakt zu den Leuten an den zahlreichen Raststätten zu bekommen. Man trifft sich immer wieder. So treffe ich hier auch wieder auf ein älteres Ehepaar aus Kassel mit E-Bikes, die ich gestern schon in Burgos kennengelernt hatte. Mit einer E-Bike Gang aus Südtirol ist auch schnell Bekanntschaft geschlossen. Wenn man Einsamkeit sucht, ist man falsch auf dem Jakobsweg. Hier sind alle Nationalitäten unterwegs. Für die kleinen Dörfchen, die man durchquert, eine lohnenswerte Einnahmequelle, bei den Massen die verköstigt werden müssen. Der ganze Tag heute ist eine wahre Pracht, die ganze Landschaft um einen herum leuchtet in der Sonne. Ich rolle durch leicht hügeliges Gelände, die Höhenmeter halten sich in Grenzen. Es ist echt schön hier auf dem Jakobsweg. Bis Fromista komme ich heute und steige hier in einer Herberge, wieder mal im Massenschlafsaal, ab 

14.Tag Samstag der 25. Mai

Kurz nach 6 Uhr werde ich wach. Die Pilger packen schon wieder zusammen, mehr als ein bißchen vor mich hindösen schaffe ich jetzt auch nicht mehr, zumal der unfreundliche Herbergsvater gestern klar gemacht hat, bis 7:30 ist die Unterkunft zu räumen. Also halt früh raus. Aber ich quäle den griesgrämigen kleinen Herren noch etwas und lasse mir bis 7:45 Zeit bis mein Fahrrad bepackt ist. Die Pilger sind schon längst verschwunden und ich nehme das spanische Geknurre des Herbergsvaters mit einem “nix Verstehen” Grinsen entgegen. Zum Glück finde ich einen Bäcker, der so früh schon auf hat. Für mich geht's heute runter vom Jakobsweg. Während die Pilger westwärts ziehen, führt mich mein Weg südwärts, dem Eurovelo 1 folgend. Großteils bin ich wieder auf Feldwegen abseits der Straßen unterwegs. Ich fahre neben einem Kanal, der von Bäumen gesäumt ist. Was ganz angenehm ist. Nach all den Regentagen drückt die Sonne ab Mittag schon ganz schön hier, da bin ich für jedes bißchen Schatten dankbar. Außer mir ist hier niemand unterwegs, Irgendwie vermisse ich den ganzen Trubel vom Jakobsweg. In Palencia mache ich kurz Stop um mir Sonnencreme zu besorgen. 2 Tage Sonne haben ausgereicht um mir die Ohren zu verbrennen. Ziemlich intensiv die Sonne hier, obwohl es noch gar nicht so warm ist, wahrscheinlich liegt es auch daran, das ich hier auf einem Hochplateau mit 800m NN unterwegs bin. Ab Mittag kriege ich dann heftigeren Gegenwind, das macht die Tour auf dem sandigen Untergrund ziemlich anstrengend. Nach 65km checke ich dann in einem, der im Inland sehr rar gesäten, Campingplätze ein. Abends in der Bar komme ich dann mit einem Pärchen auf Englisch ins Gespräch, wie es sich herausstellt sind sie Holländer und sind ganz erstaunt, als ich verrate, das ich aus Deutschland komme, sie hatten mich tatsächlich für einen Engländer gehalten. Kann ja also doch nicht so schlecht stehen mit meinem Englisch. 

15.Tag Sonntag der 26. Mai

Nach dem Frühstück in der Campingplatz Bar geht es heute erstmal wieder schön abseits der Straßen an meinem schattigen Kanal entlang. Kurz vor Valladolid geht's aber wieder auf die Straße. Zum Glück ist nicht viel Verkehr und auch keine 40 Tonner. Die Stadt zu Durchqueren ist wieder nervig. Fahrradweg auf linker Seite, auf rechter Seite, Kreisverkehr, Ampeln. Ich hänge mich an eine Rennradtruppe um schneller durchzukommen, die nehmen allerdings wenig Rücksicht auf rote Ampeln. Was soll's, bin ja anpassungsfähig. Aus der Stadt raus geht es wieder auf Feldwegen weiter. Mittlerweile merke ich das meine Arme eine eher rötliche Färbung mit weißen Flecken angenommen haben. Mist vor 3 Tagen habe ich mir hier noch Frostbeulen geholt und jetzt kommen die ersten Brandblasen. Irre wie schnell das hier geht, eigentlich bin ich nicht so schnell Sonnenbrand gefährdet. Bis Tordesillas komme ich heute. Hier gibt es wieder einen Campingplatz auf dem ich schon 15 Uhr einchecken. Nach mir kommen noch 2 Radler an, die sich auf dem Platz neben meinem Zelt platzieren. Ich höre heimische Laute beim Zeltaufbau meiner neuen Nachbarn. 2 junge Leipziger wie sich herausstellt. Die beiden sind seit April unterwegs und machen 5 Monate lang eine Europa Tour auf dem Rad. Momentan sind sie auf dem Weg nach Porto. Schön hier Gleichgesinnte zu treffen.

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